Bürgersolaranlagen

Eine Bürgersolaranlage ist eine Photovoltaik-Anlage die von einer Gruppe von Bürgern auf einem fremden Dach errichtet wird. Jeder Anteilseigner ist Eigentümer eines, seinem Anteil entsprechenden, Teils der Anlage. Der produzierte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Die daraus, auf der Grundlage des EEG, erzielten Einnahmen werden anteilsmäßig an die Eigentümer ausgezahlt. Bei dem Dach handelt es sich oft (aber nicht notwendigerweise) um das Dach eines öffentlichen Gebäudes, das gegen eine geringe Pacht zur Verfügung gestellt wird.

Auf diese Weise wird es jedem Bürger möglich, einen Beitrag zur regenerativen Stromerzeugung zu leisten, auch wenn er kein geeignetes Dach besitzt oder nicht über genügend Kapital für eine eigene Anlage verfügt. Ein zusätzlicher Vorteil von Bürgersolaranlagen gegenüber kleinen, privaten Anlagen ist, dass es sich in der Regel um große Photovoltaik-Anlagen handelt, wodurch Bau und Betrieb wirtschaftlicher werden und höhere Renditen möglich sind.

1. Potsdamer Bürgersolaranlage
Die 1. Potsdamer Bürgersolaranlage wurde im Dezember des Jahres 2006 auf einem Plattenbau-Dach der Pro Potsdam GmbH errichtet. Sie hat eine Leistung von 8.7 kWp und speist seit Ende Dezember in das öffentliche Stromnetz ein.

Aktuelle Ertragsdaten können sie im sunnyportal einsehen

Hier finden Sie eine detaillierte Beschreibung der Anlage. Anlagenbeschreibung. Verantwortlich war das Ingenieurbüro Winnen.

Vor- und Nachteile einer GbR gegenüber einer Genossenschaft

Kleine Gemeinschafts-Photovoltaikanlagen – sogenannte Bürgersolaranlagen – werden in der Regel in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) organisiert. Der größte Vorteil dieser Rechtsform ist der geringe Bürokratische Aufwand für Gründung und Betrieb der Gesellschaft, ein schwerwiegender Nachteil ist die unbegrenzte gesetzliche Haftung jedes GbR Mitglieds. Ein weiterer Nachteil ist, dass für jede neue Anlage eine neue Gesellschaft gegründet werden muss.

Der geplante Bau einer 60 kWp PV-Anlag auf der Montessorischule und das Ziel in Potsdam regelmäßig weitere PV-Anlagen zu bauen, war für den Potsdamer Solarverein Anlaß, sich über alternative Gesellschaftsformen Gedanken zu machen. Aus vielerlei Gründen erschien die Gesellschaftsform der eingetragene Genossenschaft für diese Zwecke am besten geeignet:

  • Die Genossenschaft ist eine bewährte Unternehmensform, in der sich Menschen oder juristische Personen zusammentun und in einer starken Gemeinschaft vorwiegend wirtschaftliche Ziele verfolgen.
  • Der finanzielle und administrative Aufwand für die Gründung ist überschaubar.
  • Das Unternehmen kann wachsen und der Bau neuer Anlagen kann kontinuierlich über die Jahre erfolgen ohne dass jedesmal eine neue Gesellschaft mit neuer Geschäftsführung gegründet werden muss.
  • Alle Entscheidungen werden demokratisch per Abstimmung getroffen und jedes Mitglied hat unabhängig von der Anzahl seiner Genossenschaftsanteile nur eine Stimme.
  • Es handelt es sich um eine sehr sichere Rechtsform da jede Genossenschaft einem Prüfverband angehört der alle zwei Jahre die Geschäftsführung kontrolliert.

“Gemeinsam erreichen, was einer allein nicht schaffen kann” – Dieses Motto der Genossenschaftsbewegung kann also auch für den Ausbau der regenerativen Energien in Anspruch genommen werden.

Geschrieben von admin am 10. Februar 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Kommentare deaktiviert

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