Fragen und Antworten zum Thema Energie

Energiesparen

Photovoltaik

Windkraft

Auto


Lohnt sich der Einsatz von Energiesparlampen?
Eindeutig ja! Es ist vermutlich sogar die Energiesparmaßnahme, die sich am schnellsten rentiert. Folgendes Rechenbeispiel illustriert dies: Eine Energiesparlampe braucht 5 mal weniger Strom um die gleiche Menge Licht zu erzeugen, eine 20 Watt Energiesparlampe kann also mit einer 100 Watt Glühbirne verglichen werden. Wir nehmen an, dass beide Lampen 2 Stunden pro Tag eingeschaltet sind:

Energiesparlampe Glühbirne
Leistung 20 Watt 100 Watt
Mittlere Einschaltdauer 2 Stunden/Tag 2 Stunden/Tag
Anschaffungspreis 11,00 Euro 1,00 Euro
Stromverbrauch pro Jahr 14,6 kWh 73,0 kWh
Stromkosten pro Jahr 2,63 Euro 13,14 Euro

Die Kostenersparnis bei Nutzung einer Energiesparlampe beträgt also 10,50 Euro pro Jahr. Der Mehrpreis von 10 Euro beim Kauf der Energiesparlampe hat sich also nach weniger als einem Jahr amortisiert. Wenn man die 10 Euro Mehrkosten als Investition und die Ersparnisse bei der Stromrechnung als Gewinn betrachtet, dann errechnet man einen internen Zinsfuß (Rendite) von ca. 105 %. Zudem beträgt die Lebensdauer einer Energiesparlampe unter diesen Bedingungen ca. 10 Jahre. Eine normale Glühbirne muss in dieser Zeit mehrfach ausgetauscht werden.

Leider ist diese extrem rentable Investitionsmöglichkeit begrenzt. Wenn alle Glühbirnen des Haushaltes gegen Energiesparlampen ausgetauscht sind, ist das Einsparpotential erschöpft und der Investor muss sich weniger lukrativen Geschäften zuwenden.

Übrigens für all diejenigen, die das Licht einer Energiesparlampe ungemütlich oder “kalt” finden: Es gibt jetzt auch Energiesparlampen die ein sehr schönes warmes Licht geben!

Wenn ich als Hausbesitzer 10.000 Euro zur Verfügung habe, mit welcher Investitionsmaßnahme erspare ich der Umwelt am meisten CO2?

Folgende Maßnahmen kämen in Frage:

  • Wärmedämmung des Hauses
  • eine thermische Solaranlage zur Warmwasserversorgung und Heizungsunterstützung oder
  • eine Photovoltaikanlage.

Mit 10.000 Euro kann ich:

  • ca. 100 m2 Hauswand mit einem Wärmedämmverbundsystem sanieren. Dies verändert den U-Wert einer Ziegelwand von ca 1,5 W/m2.K auf ca. 0,35 W/m2.K. Dies bedeutet eine Heizenergieersparnis von ca. 10000 kWh/Jahr.
  • eine Solaranlage mit ca. 15 m2 Kollektorfläche einbauen. Diese wird bestenfalls eine Wärmemenge von 5000 kWh/Jahr “ernten” und der Warmwasserversorgung oder der Raumheizung zuführen.
  • eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 2 kWp (ca. 20 m2) auf mein Dach bauen. Diese Anlage wird ca. 1700 kWh Strom pro Jahr produzieren.

Die Wärmedämmung des Hauses schneidet also in Punkto Energieeinsparung bei weitem am besten ab. Nun muss allerdings berücksichtigt werden, dass Wärmeenergie nicht gleich Elektroenergie ist. Strom ist eine wesentlich “wertvollere” Energie als Wärme, weil sie vielfältiger genutzt werden kann, z. B. für den Betrieb von Elektromotoren oder Wärmepumpen. Aber um sie zu produzieren, muss in der Regel auch mehr Primärenergie (Brennstoff) eingesetzt werden. Dies wird durch den Primärenergiefaktor berücksichtigt. Der in Deutschland produzierte Strom verbraucht pro kWh Strom im Mittel 2,7 kWh Primärenergie, daher der Faktor 2,7. Auch das Gas oder das Öl, das für die Heizung oder die Warmwasserproduktion verbrannt wird, muss erst gefördert, raffiniert und nach Deutschland transportiert werden. Das heißt auch hier wird mehr Energie verbraucht, als auf den ersten Blick vermutet. Dies spiegelt sich in einem mittleren Primärenergiefaktor für Öl und Gas von 1,1 wieder.

Dämmung Solarthermie Photovoltaik
Wärme 10000 kWh 5000 kWh
Strom 1700 kWh
Primärenergiefaktor 1,1 1,1 2,7
CO2 Einsparung 2,7-3,3 Tonnen 1,4-1,6 Tonnen 1,1 Tonnen

Auch beim CO2 Einsparpotential schneidet also die Wärmedämmung des Hauses am besten ab. Selbstverständlich bedeuten alle drei Maßnahmen für die Umwelt einen Gewinn.

In den meisten Fällen ist es deshalb sinnvoll, die Gebäudehülle zu optimieren, bevor man die Sanierung des Heizungssystems und den Einbau einer Solaranlage in Angriff nimmt. Geht man den umgekehrten Weg, wird die Heizungsanlage nach der Dämmmaßnahme überdimensioniert sein und keinen optimalen Wirkungsgrad erreichen.

Welche der oben genannten Maßnahmen lohnt sich finanziell am meisten?
Die finanzielle Einsparung oder der Ertrag beträgt:

  • 700 Euro bei Wärmedämmung des Hauses
  • 350 Euro bei Einbau einer thermische Solaranlage zur Warmwasserversorgung und Heizungsunterstützung
  • 870 Euro durch den Bau einer Photovoltaikanlage

Der Vorteil der Investition in eine Photovoltaikanlage beruht in Deutschland auf der starken Förderung von Strom aus Photovoltaik. Für den eingespeisten Strom gibt es eine im Erneuerbare Energiengesetz (EEG) gesetzlich vorgeschriebene Einspeisevergütung. Für Wärme muss mit dem Marktpreis gerechnet werden.

Woran erkenne ich ob meine Fenster mit Doppelscheiben-Isolierverglasung (U-Wert: 3,0 W/m2K ) oder mit Wärmeschutzverglasung (U-Wert: 1,2 W/m2K) ausgestattet sind?
Ein einfacher Test besteht darin, von innen die Flamme eines Feuerzeuges vor die Scheibe zu halten und auf die vier Spiegelbilder (Reflexionen an den vier Glasoberflächen) zu achten. Ist eines der vier Spiegelbilder andersfarbig als die drei anderen, sind Ihre Fenster mit Wärmeschutzverglasung ausgestattet. Dieser Effekt beruht auf einer Hauchdünnen und deshalb durchsichtigen Metallbeschichtung auf einer der Glasoberflächen. Sie sorgt dafür, dass die Wärmestrahlung aus dem Wohnraum reflektiert wird und nicht nach außen entweicht.

Übrigens sparen sie pro m2 Wärmeschutzverglasung im Vergleich zur Isolierverglasung ca. 70 kWh Heizenergie pro Jahr (entspricht ca. 4,80 Euro).

Stimmt es, dass die Solarzelle für Ihre Herstellung mehr Energie benötigt als sie in ihrem Leben erzeugt?
Nein, die energetische Amortisationszeit beträgt je Zelle inzwischen 2 bis 4 Jahre – und damit produziert eine Solarzelle innerhalb einer kalkulierten Lebenszeit von 25 Jahren 6 bis 12 mal so viel Strom wie für ihre Herstellung benötigt wird. Dies war vor 20 Jahren noch nicht der Fall und die Amortisationszeit sinkt weiter.

Quelle: “Erneuerbare Energien – Perspektive für Klima, Mensch, Natur”, NABU e.V., 2005


Stimmt es, dass die Fläche Deutschlands nicht ausreichen würde, um unseren gesamten Strombedarf mit Photovoltaik zu decken?
Nein. Um unseren Stromverbrauch von ca. 500 Mrd kWh durch Photovoltaik zu decken, bräuchte man rund 5000 km2, also lediglich 1.5% der Fläche Deutschlands. Allerdings ist es nicht sinnvoll, den kompletten Strombedarf durch Photovoltaik zu decken. Denn die Sonne scheint nicht immer gleich stark. Auch im Solarzeitalter kommt es auf die richtige Mischung der erneuerbaren Energien an. Für einen angemessenen Anteil der Photovoltaik reicht die Nutzung bereits bebauter Flächen (z. B. Hausdächer, Fassaden, Lärmschutzwände) aus.

Quelle: “Erneuerbare Energien – Perspektive für Klima, Mensch, Natur”, NABU e.V., 2005

Ist die Nutzung der Sonnenenergie nur etwas für sonnenreiche Länder?
Wegen der starken und langen Sonneneinstrahlung ist die Solarstromernte in sonnenreichen Ländern pro Jahr und Fläche natürlich deutlich höher als bei uns. Daher werden wir langfristig auch Strom vor allem aus solarthermischen Kraftwerken im Süden importieren. Doch mit Photovoltaik können wir auch bei uns bedeutende Strommengen dezentral erzeugen – und uns damit unabhängiger von Importen machen. Ein Beitrag also nicht nur zum Klimaschutz sondern auch zur Versorgungssicherheit.

Quelle: “Erneuerbare Energien – Perspektive für Klima, Mensch, Natur”, NABU e.V., 2005


Weht der Wind nicht zu unregelmäßig, um einen nennenswerten Beitrag zu unserer Stromerzeugung leisten zu können?
Richtig ist, dass der Strom aus Wind wegen seiner Unregelmäßigkeit die Grundlastversorgung nicht gewährleisten kann. Die so genannte Mittelast kann Windstrom aber sehr gut abdecken. Zudem werden die Wind-Prognosesysteme immer besser und wenn der Wind ausbleibt, fangen Ersatzkraftwerke dies auf.

Quelle: “Erneuerbare Energien – Perspektive für Klima, Mensch, Natur”, NABU e.V., 2005


Fahre ich umweltfreundlich Auto, wenn ich Biodiesel tanke?
Leider nur sehr eingeschränkt. Biodiesel wird aus Rapsöl hergestellt. Der Anbau von Raps aber erfolgt mit hohem Düngemitteleinsatz. Die Folge ist ein hoher Energieaufwand und eine bescheidene Klimabilanz, weil aus Stickstoffdüngern im Boden Lachgas entsteht, das entweicht und eine viel größere Klimawirksamkeit als CO2 hat. Raps wird daher vermutlich nicht die Energiepflanze der Zukunft sein.

Quelle: “Erneuerbare Energien – Perspektive für Klima, Mensch, Natur”, NABU e.V., 2005

Geschrieben von admin am 10. Februar 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Kommentare deaktiviert

Kommentarfunktion ist deaktiviert.